Gastro Trends 2026 – was Betriebe wirklich zukunftsfähig macht
Praktische Handlungsempfehlungen für Gastronomen, Hoteliers, Eigentümer und HR Verantwortliche, wie 2026 wirtschaftlicher Erfolg entsteht.
Die Gastronomie war nie ein einfaches Geschäft. 2026 wird das nicht anders sein. Neu ist jedoch, dass sich viele vermeintliche Trends als kurzlebige Schlagworte entpuppen, während andere Entwicklungen leise, aber dauerhaft wirken.
Dieser Beitrag richtet sich an Gastronomen, Hoteldirektoren, Eigentümer, Betriebsleiter und HR Verantwortliche, die 2026 nicht nur reagieren, sondern bewusst entscheiden wollen. Er fasst jene Entwicklungen zusammen, die international sichtbar sind und im DACH Raum realistisch relevant werden und übersetzt sie konsequent in konkrete Handlungsrichtlinien für den Betrieb.
Dieser Beitrag ist bewusst nicht als kulinarischer Trendbericht geschrieben. Entscheidend ist, was im Alltag funktioniert, wirtschaftlich trägt und betrieblich umsetzbar bleibt. Die folgenden Punkte sind deshalb aus Sicht von Betrieb, Planung, Organisation und Kalkulation formuliert.
1. Rückkehr des Bewährten. Komfort schlägt Konzept
In einer zunehmend komplexen Welt suchen Gäste nach Verlässlichkeit. Klassiker erleben eine Renaissance. Gerichte, die man kennt, die Erinnerungen wecken und Sicherheit vermitteln, gewinnen an Bedeutung. Entscheidend ist nicht Nostalgie um ihrer selbst willen, sondern Qualität, Handwerk und zeitgemässe Präsentation. Der Stammtisch kehrt zurück. Nicht als Folklore, sondern als sozialer Anker. Nicht als Idee, sondern als verlässliches Angebot mit klaren Abläufen und wiederkehrender Qualität.
Was das für Gastronomen heisst:
Bewährte Gerichte bewusst pflegen statt sie aus Angst vor Langeweile zu streichen. Klassiker modernisieren über Produktqualität, Portionierung und Präsentation. Räume und Angebote schaffen, die regelmässige Gäste binden und soziale Rituale ermöglichen. Dabei hilft eine klare Gastroplanung, die Konzept und Betrieb in Einklang bringt.
2. Mut zum Ausprobieren und schnelle Anpassung
Erfolgreiche Betriebe 2026 zeichnen sich nicht durch perfekte Konzepte aus, sondern durch Beweglichkeit. Neues wird getestet, angepasst oder auch wieder beendet. Gäste akzeptieren Experimente, solange sie ehrlich kommuniziert sind. Konzeptstarre wird zum Risiko. Anpassungsfähigkeit zum Erfolgsfaktor.
Was das für Gastronomen heisst:
Angebote zeitlich begrenzen und gezielt testen. Den Mut haben, Dinge wieder zu beenden. Veränderungen transparent kommunizieren und Gäste einbeziehen. Nicht jedes Experiment muss bleiben. Jedes liefert Erkenntnisse.
3. Verbindlichkeit statt No Show
Reservationen werden verbindlich. Anzahlungen, Kreditkartengarantie oder Vorauszahlung bei Menüs und Events setzen sich weiter durch. Das schafft Planungssicherheit, reduziert Food Waste und entlastet Betriebe wirtschaftlich. Gäste akzeptieren diese Regeln, wenn sie klar, fair und respektvoll kommuniziert sind.
Was das für Gastronomen heisst:
Klare Spielregeln definieren und konsequent anwenden. Digitale Reservationssysteme nutzen. Verbindlichkeit nicht als Strafe, sondern als Service für alle positionieren. Digitale Reservationssysteme schaffen Planungssicherheit und reduzieren No Shows. Wenn du wissen willst, wie du Kassensysteme und digitale Tools betriebswirksam nutzt, schau dir unsere Digitalisierungs- und Kassensystemberatung an.
4. Alkoholfreie Getränke als Premiumangebot
Alkoholfreie Getränke entwickeln sich vom Ersatz zum eigenständigen Genussprodukt. Sparkling Tea, fermentierte Getränke und funktionale Drinks mit reduzierter Süsse und klarer Aromatik gewinnen an Bedeutung. Der Fokus liegt auf Qualität, nicht auf Verzicht.
Was das für Gastronomen heisst:
Alkoholfreie Getränke gleichwertig behandeln wie Wein oder Cocktails. Eigene Empfehlungen aussprechen. Passende Gläser einsetzen und Preise selbstbewusst gestalten. Der Mehrwert entsteht erst, wenn Mitarbeitende beraten, erklären und gezielt geschult sind.
5. Tee als neues Barprodukt
Tee verlässt die Nische. Hojicha, Oolong, Jasmin oder Pandan werden zur Basis kreativer Getränke. Gerade jüngere Zielgruppen entdecken Tee als vielseitiges, leichtes und alkoholfreies Produkt mit Charakter.
Was das für Gastronomen heisst:
Tee aktiv und sichtbar in die Getränkekarte integrieren. Herkunft, Stil und Zubereitung klar benennen. Mitarbeitende kurz schulen, damit sie Tee sicher empfehlen können. Tee bewusst inszenieren statt beiläufig anbieten. Richtig eingesetzt ergänzt Tee das Getränkeangebot mit hoher Marge und wenig Aufwand.
6. Textur und Würze als schnelle Differenzierung
Crunch, gezielte Schärfe und prägnante Saucen geben Gerichten Profil. Wenige klare Akzente reichen aus, um Wiedererkennungswert zu schaffen, ohne die Küche zu verkomplizieren. Differenzierung entsteht nicht durch Komplexität, sondern durch Klarheit.
Was das für Gastronomen heisst:
Mit einzelnen Signature Elementen arbeiten statt das ganze Menu umzubauen. Textur, Würze oder Sauce gezielt einsetzen, um Identität zu schaffen. Diese Elemente konsequent wiederholen, damit Gäste sie wiedererkennen und der Betrieb stabil bleibt.
7. Proteinbewusster Genuss
Veränderte Essgewohnheiten und neue Gesundheitsdiskussionen führen zu kleineren, gezielteren Portionen. Protein gewinnt an Bedeutung, ohne dass Genuss verloren geht. Entscheidend sind Qualität, Zubereitung und Klarheit auf dem Teller.
Was das für Gastronomen heisst:
Menüs so strukturieren, dass proteinreiche Optionen selbstverständlich sind. Portionen, Beilagen und Saucen bewusst gestalten, um Food Waste zu reduzieren. Wertigkeit über Produktqualität und Zubereitung kommunizieren, nicht über Menge.
8. Atmosphäre als entscheidender Erlebnisfaktor
Erlebnis bleibt wichtig, aber subtiler. Licht, Akustik, Raumgefühl und Gastgeberrolle prägen den Aufenthalt stärker als technische Effekte. Weniger Inszenierung, mehr Stimmigkeit. Ein klares Signature Element ersetzt Überladung.
Was das für Gastronomen heisst:
In Raumqualität, Licht und Akustik investieren. Abläufe vereinfachen und die Gastgeberrolle stärken. Gute Atmosphäre reduziert Stress im Service, verbessert Kommunikation und wirkt direkt auf Aufenthaltsdauer und Umsatz.
9. Klima verändert Saison und Angebot
Der Sommer gewinnt weiter an Bedeutung. Hitzeperioden, veränderte Reisegewohnheiten und der Wunsch nach Aufenthalt im Freien beeinflussen Angebot und Nachfrage. Kühlere Regionen, schattige Aussenbereiche und naturnahe Erlebnisse werden attraktiver. Saison wird länger, aber auch anspruchsvoller.
Was das für Gastronomen heisst:
Sommerangebote bewusst entwickeln und vereinfachen. Aussenbereiche aufwerten mit Schatten, Kühlung und guter Aufenthaltsqualität. Menüs, Produktion und Öffnungszeiten flexibel an Wetter und Tageszeiten anpassen. Das Klima nicht als Risiko, sondern als Gestaltungsspielraum verstehen.
10. Weniger Ideologie, mehr Gast
Missionarische Konzepte verlieren an Zugkraft. Gäste wollen nicht belehrt werden, sondern sich willkommen fühlen. Entscheidend sind Aufmerksamkeit, Verlässlichkeit und Freude am Gastgewerbe. Zuhören, Anpassen und Respekt vor unterschiedlichen Erwartungen werden wieder zentral.
Was das für Gastronomen heisst:
Den Gast konsequent ins Zentrum stellen. Feedback ernst nehmen und Angebote pragmatisch weiterentwickeln. Lieblingsgerichte respektieren und Veränderungen nachvollziehbar kommunizieren. Genuss und Gastfreundschaft vor Botschaften stellen.
Kalkulation als Entscheidungsinstrument für Gastronomiebetriebe 2026
Viele der beschriebenen Trends scheitern nicht an der Idee, sondern an der Umsetzung. Und fast immer an derselben Stelle: an der Kalkulation.
2026 reicht es nicht mehr, Preise aus dem Bauch heraus festzulegen, sich an Mitbewerbern zu orientieren oder mit pauschalen Aufschlägen zu arbeiten. Diese Logik stammt aus einer Zeit, in der Kosten stabiler, Sortimente kleiner und Prozesse einfacher waren.
Heute verändern sich Wareneinsatz, Personal, Energie und Nachfrage laufend. Wer nicht weiss, was ihm ein Gericht tatsächlich bringt, entscheidet im Blindflug.
In unserer Arbeit sehen wir regelmässig Betriebe mit guter Küche, hoher Auslastung und zufriedenen Gästen, bei denen am Monatsende trotzdem zu wenig übrig bleibt. Nicht, weil falsch gearbeitet wird, sondern weil niemand genau weiss, welche Gerichte tragen, welche neutral sind und welche Geld verbrennen.
Die Lösung liegt nicht in Preiserhöhungen oder noch mehr Gästen. Sie liegt in einer neu gedachten Kalkulation, die Küche, Betrieb, Digitalisierung und Kassensystem miteinander verbindet.
Fazit
Die Gastronomie 2026 wird nicht lauter, sondern klarer. Erfolgreich sind Betriebe, die Bewährtes respektieren, Neues testen und den Menschen in den Mittelpunkt stellen. Trends sind kein Selbstzweck. Sie sind Werkzeuge. Entscheidend ist nicht, was modern ist, sondern was zum eigenen Betrieb passt.
Gastronomie 2026 entscheidet sich nicht an Trends, sondern an Zahlen, Klarheit im Betrieb und funktionierender Kalkulation. Wer Kalkulation, Digitalisierung, Kassensysteme und Betriebskonzept nicht gemeinsam denkt, verliert trotz guter Küche, voller Gäste und hoher Auslastung wirtschaftlich den Anschluss.
Wenn Sie Ihren Betrieb 2026 strategisch weiterentwickeln wollen, lohnt es sich, Trends nicht isoliert zu betrachten, sondern im Kontext von Betrieb, Technik und Wirtschaftlichkeit.
GEMASY begleitet Gastronomiebetriebe, Eigentümer und Betreiber bei Betriebskonzepten, Kalkulation, Digitalisierung und Gastroplanung in der ganzen Schweiz. Unabhängig, praxisnah und mit Fokus auf funktionierende Betriebe.
Gastronomie im Wandel
Gastro Trends 2026
Über den Autor
Daniel Marbot ist unabhängiger Gastroexperte und Generalplaner für Gastronomie, Hotellerie und Betriebskonzepte in der Schweiz.
Mit über 30 Jahren Erfahrung begleitet er Gemeinden, Investoren, Architektinnen und Architekten sowie Betreiber bei der Planung, Entwicklung und Umsetzung von Gastronomieprojekten.
GEMASY steht für funktionierende Küchen, klare Abläufe und wirtschaftlich tragfähige Konzepte – von der ersten Idee bis zur Umsetzung.
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